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Hitzewelle – So schützen Sie sich | Gesellschaft für zivile Vorsorge
Historische Hitzewelle – Juni 2026

Hitze ist eine unterschätzte Gefahr.

Die Hitzewelle vom 18. bis 29. Juni 2026 war die intensivste und früheste, die Deutschland je erlebt hat. An 252 Wetterstationen wurden neue Allzeithöchstwerte gemessen. Hitzeschutz ist keine Überreaktion — er rettet Leben.

41,7 °C
Neuer Allzeitrekord (Brandenburg)
11 Tage
Hitzewelle am Stück
150 Mio.
Betroffene in Europa
Was Sie jetzt tun können

Sofortmaßnahmen bei Hitze

Diese Maßnahmen helfen sofort — ob für sich selbst, für Kinder, ältere Angehörige oder die Nachbarin, die allein lebt.

Ausreichend trinken

Mindestens 2–3 Liter Wasser täglich — auch ohne Durstgefühl. Ältere Menschen, Kinder und körperlich Aktive brauchen mehr. Kein Alkohol, keine Energydrinks.

Wohnung kühl halten

Früh morgens lüften, tagsüber Rollläden und Vorhänge schließen. Wärme durch Geräte und Kochen minimieren. Abends nach Sonnenuntergang wieder öffnen.

Sonne meiden

Zwischen 11 und 17 Uhr direkter Sonneneinstrahlung fernbleiben. Im Freien: Kopfbedeckung, helle Kleidung, Sonnenschutz LSF 30+.

Kühlung suchen

Kühle öffentliche Orte aufsuchen: Bibliotheken, Einkaufszentren, klimatisierte Gebäude. Kühle Fußbäder und feuchte Tücher senken die Körpertemperatur effektiv.

Nachbarn kontaktieren

Klingeln Sie bei alleinlebenden älteren Nachbarn. Fragen Sie, ob alles in Ordnung ist. Ein kurzer Besuch kann Leben retten — besonders bei Tropennächten.

Tiere schützen

Niemals Tiere in geparkten Autos lassen. Frisches Wasser bereitstellen, Schatten sichern. Bei Verdacht auf Hitzschlag bei Tieren: Tierärztlichen Notdienst anrufen.

Schritt für Schritt

Wohnung sicher kühlen

Ist die Wohnung einmal aufgeheizt, braucht sie Stunden, um sich wieder abzukühlen. Der Schlüssel liegt im richtigen Timing.

Tagsüber: Hitze draußen lassen

  • 1

    Früh lüften (5–9 Uhr)Fenster weit öffnen, Durchzug erzeugen. Die Nachtluft ist die einzige Kühlung, die Sie kostenlos bekommen.

  • 2

    Rollläden und Jalousien schließenSonnenseite vollständig abschatten — besonders West- und Südfenster. Helle Vorhänge hinter die Jalousie.

  • 3

    Wärmequellen minimierenBackofen, Spülmaschine und Trockner auf den Abend oder die Nacht verschieben. Standby-Geräte ganz ausschalten.

  • 4

    Keine Klimaanlage? Kein ProblemElektrische Ventilatoren kühlen nicht die Luft — aber erhöhen die gefühlte Abkühlung durch Verdunstung. Feuchtes Tuch vor den Ventilator hängen.

Nachts: Kühle hereinholen

  • 1

    Nach Sonnenuntergang öffnenSobald die Außentemperatur unter die Innentemperatur sinkt — alle Fenster auf, Durchzug maximieren.

  • 2

    Tropennächte erkennenBei über 20 °C Nachttemperatur kühlt die Wohnung kaum ab. Dann helfen kühle Dusche, feuchtes Laken und das tiefste Stockwerk des Hauses.

  • 3

    Schlafzimmer vorbereitenNur ein dünnes Laken verwenden. Wasserflasche mit kaltem Wasser bereitstellen. Kreislauf nicht durch eiskalte Duschen überlasten.

  • 4

    Kühlste Räume nutzenNordzimmer, Keller oder erdgeschossnahe Räume sind in Hitzewellen deutlich kühler als Dachgeschoss oder Südseite.

DWD-Warnsystem

Was bedeuten die Hitzewarnungen?

Der Deutsche Wetterdienst gibt Warnungen nach Wärmebelastung aus. Verstehen Sie die Stufen — und handeln Sie entsprechend.

Stufe 1 – Gelb

Starke Wärmebelastung

Gefühlte Temperaturen über 32 °C tagsüber. Für gesunde Erwachsene meist kein akutes Risiko. Kinder, ältere und kranke Menschen besonders im Blick behalten. Auf ausreichend Trinken achten.

Stufe 2 – Orange

Sehr starke Wärmebelastung

Gefühlte Temperaturen über 38 °C. Körperliche Aktivität draußen stark einschränken. Vulnerable Personen täglich aufsuchen. Rettungsdienste sind erhöht belastet — unnötige Anrufe vermeiden.

Stufe 3 – Rot

Extreme Wärmebelastung

Lebensbedrohliche Situation für vulnerable Gruppen, aber auch für gesunde Menschen bei Überanstrengung. Kein Sport im Freien. Senioren und Kranke täglich mehrfach kontaktieren. Notruf 112 bei Hitschlag.

Besonders gefährdet

Diese Gruppen brauchen besondere Aufmerksamkeit

Hitzesterblichkeit ist nicht zufällig verteilt. Die meisten Opfer gehören zu bekannten Risikogruppen — oft weil niemand nach ihnen geschaut hat.

Ältere Menschen (ab 65)

Vermindertes Durstgefühl, oft schlechtere Wohnverhältnisse, Herzmedikamente und Diuretika erhöhen Risiko stark. Täglich anrufen oder besuchen.

Säuglinge und Kleinkinder

Körper können Wärme schlechter regulieren. Nie im Auto lassen. Ausreichend Flüssigkeit, schattige Räume und dünne Kleidung sind entscheidend.

Menschen mit Behinderungen

Eingeschränkte Mobilität kann eigenständiges Aufsuchen kühler Orte verhindern. Kommunikationsbarrieren erschweren das Erkennen und Melden von Beschwerden.

Chronisch Kranke

Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Nierenprobleme: Hitze kann bestehende Erkrankungen verstärken. Medikamente ggf. mit Arzt besprechen.

Körperlich Arbeitende

Bauarbeiter, Landwirte, Pflegepersonal: Hitzekollaps bei körperlicher Anstrengung. Ausreichend Pausen, Schatten und Flüssigkeit sind Pflicht.

Alleinlebende

Niemand bemerkt, wenn es jemandem nicht gut geht. Das Nachbarschaftsnetz ist die wirksamste Schutzmaßnahme — einfach klingeln oder anrufen.

Notfall erkennen

Wann ist es ein Hitzschlag?

Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall. Die Körperkerntemperatur steigt über 40 °C — ohne sofortige Kühlung und Notruf kann er tödlich enden.

⚠️ Alarmsignale eines Hitzschlags

Heiße, trockene, gerötete Haut (kein Schwitzen mehr)

Verwirrung, Bewusstseinsveränderung, Desorientiertheit

Rasender Puls, flache Atmung

Übelkeit, Erbrechen, starke Kopfschmerzen

Bewusstlosigkeit oder Krampfanfälle

Körpertemperatur über 40 °C (wenn messbar)

Sofort handeln: Person in kühlen Schatten bringen, Kleidung lösen, mit feuchten Tüchern kühlen (Hals, Achseln, Leiste) — und umgehend den Notruf wählen.

📞 Notruf 112

Hitzeerschöpfung (weniger gefährlich)

Starkes Schwitzen, Schwindel, Übelkeit, Muskelkrämpfe, kühle feuchte Haut. Person in den Schatten, hinlegen, Beine hochlagern, trinken lassen. Erholt sich meist innerhalb 30 Minuten.

Hitzschlag (lebensbedrohlich)

Heiße trockene Haut, Verwirrtheit, Bewusstlosigkeit. Thermoregulation des Körpers hat versagt. Sofort 112 rufen und aktiv kühlen, bis Rettungsdienst eintrifft.

Zum Abhaken

Hitzeschutz-Checkliste

Diese Punkte sollten bei einer anhaltenden Hitzewelle täglich gecheckt sein.

  • Mindestens 2–3 Liter Wasser getrunken
  • Wohnung am Morgen gelüftet, tagsüber verschlossen
  • Rollläden / Vorhänge auf Sonnenseite geschlossen
  • Körperliche Aktivität auf Morgen / Abend verlegt
  • Helle, leichte Kleidung und Kopfbedeckung
  • Sonnenschutz LSF 30+ aufgetragen
  • Nachbarn / Angehörige kontaktiert
  • Tiere versorgt, Wassernapf aufgefüllt
  • Keine Tiere oder Kinder allein im Auto
  • DWD-Warnlage geprüft (nina.app oder dwd.de)
  • Kühler Aufenthaltsort für Notfall bekannt
  • Notruf 112 im Kopf / Handy gespeichert

Alle Checklisten auch offline verfügbar

Der Notfall-Navigator speichert Hitzeschutz-Checklisten, Symptom-Checker und Notfallkontakte lokal auf Ihrem Gerät — auch wenn das Internet ausfällt.

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