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Hygiene zu Hause – Einfache Routinen, große Wirkung | Gesellschaft für zivile Vorsorge
Befähigung statt Angst

Hygiene zu Hause –
einfache Routinen, große Wirkung.

Die meisten ansteckenden Krankheiten werden im Alltag über die Hände, in der Küche oder im Sanitärbereich übertragen. Mit wenigen, klaren Gewohnheiten senken Sie das Ansteckungsrisiko für sich und Ihre Familie erheblich – ganz ohne Spezialreiniger oder Desinfektionsmittel-Overkill.

20–30 Sek.
Empfohlene Dauer für gründliches Händewaschen (BZgA)
>100.000
gemeldete Lebensmittelinfektionen pro Jahr in Deutschland (BfR)
60 °C
Waschtemperatur für Hand- und Spültücher gegen Keime
Grundlagen

Warum Hygiene im Haushalt wichtig ist

Krankheitserreger wie Bakterien und Viren werden am häufigsten über die Hände weitergegeben – etwa beim Händeschütteln, über gemeinsam genutzte Gegenstände oder wenn ungewaschene Hände Mund, Nase oder Augen berühren. Auch beim Zubereiten von Speisen, beim Wäschewaschen oder im Sanitärbereich können sich Keime im Haushalt verteilen, wenn einfache Hygieneregeln fehlen.

Die gute Nachricht: Für einen wirksamen Infektionsschutz braucht es im normalen Haushalt keine Desinfektionsmittel oder Spezialreiniger. Nach Einschätzung des Umweltbundesamts (UBA) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) reichen normale Haushaltsreiniger, gründliches Händewaschen und regelmäßiges Lüften in aller Regel vollkommen aus. Desinfektionsmittel sind nur in Ausnahmefällen sinnvoll – etwa wenn eine Person mit einer ansteckenden Erkrankung, einer Immunschwäche oder nach ärztlicher Empfehlung im Haushalt lebt.

Zur Einordnung: Nach Angaben der BZgA sind die Hände der häufigste Überträger ansteckender Infektionskrankheiten im Alltag. Regelmäßiges, gründliches Händewaschen unterbricht diesen Übertragungsweg wirksam.

So waschen Sie sich richtig die Hände

  1. 1

    Hände nass machenUnter fließendes Wasser halten – die Temperatur darf angenehm gewählt werden.

  2. 2

    Gründlich einseifen (20–30 Sekunden)Handflächen, Handrücken, Fingerzwischenräume, Daumen und Fingerspitzen nicht vergessen.

  3. 3

    Unter fließendem Wasser abspülenAlle Seifenreste vollständig entfernen.

  4. 4

    Sorgfältig abtrocknenAm besten mit einem persönlichen Handtuch, das regelmäßig bei mindestens 60 °C gewaschen wird.

Besonders wichtig ist Händewaschen: nach dem Toilettengang, vor und während der Essenszubereitung, nach dem Kontakt mit rohem Fleisch, Fisch oder Ei, nach dem Naseputzen, Husten oder Niesen, nach Kontakt mit Tieren oder kranken Personen sowie direkt nach dem Nachhausekommen.

Überblick

Die wichtigsten Hygienebereiche im Haushalt

Sechs Bereiche, in denen einfache Gewohnheiten den größten Unterschied für den Infektionsschutz machen.

Handhygiene

Die wirksamste Einzelmaßnahme gegen Infektionen. Regelmäßig und gründlich waschen – besonders in Risikosituationen.

Küche & Lebensmittel

Getrennte Utensilien für rohes Fleisch und verzehrfertige Lebensmittel verhindern Kreuzkontaminationen (BfR).

Bad & WC

Normale Haushaltsreiniger reichen für die regelmäßige Reinigung völlig aus – Spezialdesinfektion ist meist nicht nötig.

Wäsche & Textilien

Handtücher, Spüllappen und Putzlappen regelmäßig bei mindestens 60 °C waschen, um Keime zuverlässig zu entfernen.

Lüften & Raumklima

Mehrmals täglich Querlüften senkt die Erregerkonzentration in der Raumluft und beugt Schimmel vor (UBA).

Reinigungsmittel richtig einsetzen

Herkömmliche Reiniger genügen im Haushalt – entscheidend ist vor allem der sichere Umgang damit.

Vorsorge

So setzen Sie es im Alltag um

Vier Bereiche, in denen einfache Routinen den größten Unterschied machen – zusammengefasst nach den Empfehlungen von BZgA, BfR und Umweltbundesamt.

Handhygiene

  • Nach dem Toilettengang
  • Vor und während der Essenszubereitung
  • Nach dem Kontakt mit rohem Fleisch, Fisch oder Ei
  • Nach Husten, Niesen oder Naseputzen
  • Nach Kontakt mit Tieren oder kranken Personen
  • Direkt nach dem Nachhausekommen

Küche & Lebensmittel

  • Getrennte Schneidebretter und Utensilien für Rohes und Gegartes verwenden
  • Arbeitsflächen nach Kontakt mit rohem Fleisch oder Fisch gründlich reinigen
  • Kühlkette einhalten, verderbliche Lebensmittel zügig kühlen
  • Spüllappen und Schwämme regelmäßig austauschen und bei 60 °C waschen
  • Geschirr möglichst zeitnah nach dem Essen spülen

Bad & WC

  • Sanitärbereich regelmäßig mit normalem Haushaltsreiniger säubern
  • Spezielle Desinfektionsmittel nur bei ärztlich begründetem Anlass einsetzen
  • Handtücher regelmäßig wechseln, persönliche Handtücher nicht teilen
  • Nach der Reinigung gründlich lüften

Wäsche & Textilien

  • Handtücher, Waschlappen und Bettwäsche regelmäßig wechseln
  • Bei Erkältungs- oder Magen-Darm-Erkrankungen im Haushalt möglichst bei 60 °C waschen
  • Wäsche vollständig trocknen, bevor sie verstaut wird
  • Für jede Person nach Möglichkeit ein eigenes Handtuch verwenden

Zusätzliche Vorsicht: Wenn jemand im Haushalt krank ist

Hat sich ein Haushaltsmitglied beispielsweise mit Noroviren, Salmonellen oder einer Erkältungskrankheit angesteckt, sind Kontaktinfektionen im gemeinsamen Haushalt besonders wahrscheinlich. Nach Empfehlung der BZgA gilt dann: Erkrankte sollten nach Möglichkeit keine Speisen für andere zubereiten, eigenes Geschirr und eigene Handtücher benutzen und ihre Wäsche möglichst bei 60 °C waschen.

Wer beruflich mit Lebensmitteln zu tun hat, darf laut Infektionsschutzgesetz (IfSG) bei ansteckendem Erbrechen oder Durchfall nicht arbeiten – im Zweifel klären das der Hausarzt oder das zuständige Gesundheitsamt. Häufiges Lüften von Krankenzimmer, Bad und Küche senkt zusätzlich die Erregerkonzentration in der Raumluft.

Wichtige Sicherheitshinweise zu Reinigungsmitteln

  • Reinigungsmittel niemals mischen. Werden beispielsweise chlorhaltige Reiniger mit Essig, Zitronensäure oder sauren WC-Reinigern kombiniert, kann hochgiftiges Chlorgas entstehen (DGUV Regel 101-019).
  • Immer nach Herstellerangaben dosieren. Zu hohe Konzentrationen reizen Atemwege, Haut und Augen unnötig stark.
  • Sicher und kindersicher lagern. Reinigungsmittel gehören nicht in Lebensmittelbehälter und außer Reichweite von Kindern.
  • Beim Reinigen lüften. Das reduziert die Belastung der Raumluft durch Dämpfe und Aerosole.

Verdacht auf eine Vergiftung?

Bei akuten Beschwerden (z. B. Bewusstlosigkeit, Atemnot) sofort den Notruf 112 wählen. Ohne akute Symptome berät die zuständige Giftinformationszentrale. Der Giftnotruf ist in Deutschland nicht bundeseinheitlich organisiert – wählen Sie unten Ihr Bundesland, um die richtige Nummer zu sehen. Vollständige Quelle: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).

Vergiftungs-Informations-Zentrale Freiburg
zuständig für Baden-Württemberg
📞 0761 19240
Offizielle Quellen

Alles direkt von den zuständigen Institutionen

Diese Seite fasst die Empfehlungen mehrerer offizieller deutscher Institutionen zusammen. Alle Originalquellen finden Sie hier zum Nachlesen.

Website

RKI – Händehygiene (Infektionshygiene A–Z)

Fachliche Einordnung des Robert Koch-Instituts zur Bedeutung der Händehygiene für die Infektionsprävention.

Zum RKI
Website

infektionsschutz.de – Hygienetipps (BZgA)

Praxisnahe Hygienetipps der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu Händewaschen, Küche und Haushalt.

Zu infektionsschutz.de
Website

Umweltbundesamt – Hygienetipps für den Alltag

Einordnung des UBA zu Reinigung, Desinfektion und umweltfreundlicher Hygiene im Haushalt.

Zum Umweltbundesamt
Website

BfR – Küchenhygiene

Informationen des Bundesinstituts für Risikobewertung zu Kreuzkontamination und Lebensmittelsicherheit im Haushalt.

Zum BfR
PDF

DGUV Regel 101-019 – Umgang mit Reinigungs- und Pflegemitteln

Offizielle Regel der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung zu Gefahren und sicherem Umgang mit Reinigungsmitteln.

PDF herunterladen
Website

BVL – Liste der Giftnotrufzentralen

Vollständige Übersicht aller Giftinformationszentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Zum BVL
Hinweis: Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei konkreten Fragen zu Erkrankungen, Immunschwäche oder dem sinnvollen Einsatz von Desinfektionsmitteln im Einzelfall wenden Sie sich an Ihren Hausarzt, Ihre Hausärztin oder das zuständige Gesundheitsamt.

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