Hygiene zu Hause: einfache Routinen, die schützen
Gründlich gewaschene Hände, saubere Küchenutensilien und heiß gewaschene Tücher schützen vor vielen Infektionen. Spezielle Desinfektionsmittel brauchen Sie dafür im Haushalt in der Regel nicht.
112 wählen Sie bei Bewusstlosigkeit oder Atemnot, auch wenn eine Vergiftung die Ursache sein könnte.
Drei Zahlen, die helfen
- 20 bis 30 sHände einseifen
- 60 °Cfür Handtücher, Lappen und Bettwäsche
- 70 °Cim Inneren von Speisen beim Erhitzen
So waschen Sie Ihre Hände richtig
Wichtiger als besonders lange Waschzeiten ist, die Hände in den passenden Momenten regelmäßig zu waschen.
- Nass machenHände unter fließendes Wasser halten. Die Temperatur wählen Sie, wie es Ihnen angenehm ist.
- EinseifenInnenflächen, Handrücken, Fingerspitzen, Zwischenräume, Daumen und Fingernägel. Flüssigseife ist hygienischer als ein Seifenstück.
- 20 bis 30 Sekunden einreibenDas entspricht etwa zweimal ein Geburtstagslied summen.
- AbspülenUnter fließendem Wasser alle Seifenreste entfernen.
- Gründlich abtrocknenAuch zwischen den Fingern. Zu Hause nutzt jede Person ihr eigenes Handtuch.
Wann Sie die Hände waschen sollten
- Immer nach dem Nachhausekommen, dem Toilettengang, dem Wickeln, dem Naseputzen, Husten oder Niesen sowie nach Kontakt mit Abfall oder Tieren.
- Immer vor dem Essen und vor dem Umgang mit Medikamenten oder Kosmetika.
- Vor und nach dem Kochen, besonders nach rohem Fleisch, sowie vor und nach dem Kontakt mit kranken Menschen oder dem Versorgen von Wunden.
Quelle: BIÖG, „Händewaschen“ auf infektionsschutz.de
Küche, Bad, Wäsche und Lüften
Wählen Sie einen Bereich. Die Empfehlungen stammen vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit und vom Umweltbundesamt.
- Verwenden Sie für rohes Fleisch und rohen Fisch eigene Utensilien.
- Reinigen Sie Küchenutensilien nach Gebrauch mit heißem Wasser und Spülmittel oder in der Spülmaschine.
- Flächen, die mit Verpackungen oder Tauwasser von Fleisch und Geflügel in Berührung kamen, mit warmem Wasser und Spülmittel reinigen.
- Erhitzen Sie Speisen so, dass sie auch innen mindestens 70 °C erreichen. Bei Fleisch hilft ein Fleischthermometer.
Richtig kühlen
- Kühlschrank höchstens 7 °C, besser unter 5 °C.
- Gefrierschrank minus 18 °C.
- Warmgehaltene Speisen nicht unter 60 °C abkühlen lassen.
- Gängige Haushaltsreiniger reichen aus.
- Nutzen Sie getrennte Putzlappen für Küche und Bad.
- Wechseln Sie Lappen häufig, waschen Sie sie bei mindestens 60 °C und hängen Sie sie nach Gebrauch luftig auf.
- Schwämme sind weniger geeignet. Wenn Sie sie nutzen, tauschen Sie sie regelmäßig aus.
Desinfektionsmittel sind im Haushalt meist nicht nötig. Laut Umweltbundesamt sind die Risiken dort höher als der Nutzen. Ausnahmen, etwa bei einer ansteckenden Erkrankung oder geschwächter Abwehr, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
- Spüllappen, Putztücher, Handtücher, Waschlappen, Bettwäsche und Unterwäsche bei mindestens 60 °C mit einem bleichmittelhaltigen Vollwaschmittel waschen.
- Für normale Oberbekleidung genügen niedrigere Temperaturen.
- Hygienespüler sind nicht nötig.
Waschmaschine pflegen
Etwa nach jeder fünften Wäsche oder alle zwei Wochen einmal bei 60 °C mit bleichmittelhaltigem Vollwaschmittel waschen. Das beugt Belägen in der Maschine vor.
- Lüften Sie zwei- bis dreimal am Tag mit weit geöffneten Fenstern, am besten mehrere gleichzeitig.
- In der kalten Jahreszeit reichen jeweils etwa fünf Minuten pro Raum. Im Sommer lüften Sie etwas länger.
- Besonders wichtig ist Lüften in Küche, Bad und Schlafzimmer und wenn jemand krank ist.
Quellen: BIÖG, „Küchen- und Lebensmittelhygiene“ und „Haushaltshygiene“ auf infektionsschutz.de; Umweltbundesamt, „Hygienetipps für den Alltag“
Ansteckung im Haushalt vermeiden
- Bettwäsche, Handtücher und Waschlappen von Erkrankten häufig wechseln und bei mindestens 60 °C waschen.
- Wäsche und Putztücher, die mit Erbrochenem oder Stuhl in Kontakt kamen, getrennt bei mindestens 60 °C waschen.
- Bei Magen-Darm-Infektionen konsequent auf Hygiene in Küche, Bad und Toilette achten.
- Häufig lüften, besonders im Krankenzimmer.
Arbeit mit Lebensmitteln: Wer beruflich Lebensmittel herstellt oder ausgibt, darf laut Infektionsschutzgesetz bei einer ansteckenden Magen-Darm-Erkrankung oder dem Verdacht darauf nicht mit diesen Lebensmitteln arbeiten. Das gilt auch in Gaststätten und Kantinen, nicht aber im privaten Haushalt.
Quellen: BIÖG, „Haushaltshygiene“ auf infektionsschutz.de; Umweltbundesamt, „Hygienetipps für den Alltag“; § 42 Infektionsschutzgesetz
Hygiene-Check für Ihren Haushalt
Einmal durchgehen, und die meisten Punkte sind dauerhaft erledigt.
Grundlage: BIÖG, infektionsschutz.de; Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
Giftinformationszentren in Deutschland
Die Giftinformationszentren beraten am Telefon, wenn zum Beispiel ein Kind Reinigungsmittel verschluckt hat.
112 wählen Sie sofort bei Bewusstlosigkeit, Atemnot oder Krampfanfällen.
Giftnotruf der Charité
Informationszentrale gegen Vergiftungen
Giftnotruf Erfurt
Vergiftungs-Informations-Zentrale
Giftinformationszentrum-Nord
Giftinformationszentrum Mainz
Giftnotruf München
Vergiftungsunfälle bei Kindern
Nachschlagen und direkt ein Giftinformationszentrum anrufen.
Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Verzeichnis der Giftinformationszentren, Stand 22. Juli 2026
Hygiene: kurz beantwortet
Antworten auf Grundlage der Empfehlungen von BIÖG, Umweltbundesamt und BfR.
Wie lange sollte ich meine Hände waschen?
Reiben Sie die Seife 20 bis 30 Sekunden ein. Noch wichtiger ist, die Hände in den passenden Momenten zu waschen, etwa nach dem Nachhausekommen, nach dem Toilettengang und vor dem Essen.
Brauche ich zu Hause Desinfektionsmittel?
In der Regel nicht. Gängige Haushaltsreiniger reichen aus. Desinfektionsmittel sind nur in Ausnahmefällen sinnvoll, etwa bei einer ansteckenden Erkrankung oder geschwächter Abwehr, und am besten nach ärztlicher Beratung.
Bei wie viel Grad sollte ich Handtücher waschen?
Bei mindestens 60 °C mit einem bleichmittelhaltigen Vollwaschmittel. Das gilt auch für Spüllappen, Putztücher, Waschlappen, Bettwäsche und Unterwäsche.
Wie kalt sollte mein Kühlschrank sein?
Höchstens 7 °C, besser unter 5 °C. Der Gefrierschrank sollte minus 18 °C haben.
Wie oft sollte ich lüften?
Zwei- bis dreimal am Tag mit weit geöffneten Fenstern. In der kalten Jahreszeit genügen jeweils etwa fünf Minuten pro Raum.
Welche Nummer hat der Giftnotruf?
Es gibt keine bundesweit einheitliche Nummer. Die sieben Giftinformationszentren in Deutschland finden Sie auf dieser Seite. Bei Bewusstlosigkeit, Atemnot oder Krampfanfällen wählen Sie sofort die 112.
Zum Nachlesen
Alle Angaben auf dieser Seite stammen aus diesen Veröffentlichungen. Zuletzt geprüft am 21. Oktober 2026.
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