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Notvorrat in kleinen Wohnungen: was bei wenig Platz hilft

Was Behörden empfehlen und welche Hinweise es für wenig Stauraum gibt.
2. November 2026 durch
Gesellschaft für zivile Vorsorge

Wer ohne Keller und mit wenigen Schränken wohnt, hat wenig Stauraum. Ein Notvorrat scheint da kaum hineinzupassen. Dieser Beitrag zeigt, was Behörden empfehlen und wie viel ein Vorrat tatsächlich ausmacht. Außerdem lesen Sie, welche Behördenhinweise bei wenig Platz helfen können und welche Stellen sich unmittelbar zu wenig Stauraum äußern.

Erklärvideo zu diesem Beitrag, 2:22 Minuten, Untertitel über das Symbol im Player. Musik: „Background Music“ von Dmitrii Spis über Pixabay.

Was das BBK empfiehlt

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) schreibt: „Sie sollten sich für möglichst zehn Tage selbst versorgen können.“ Gleich danach heißt es: „Aber auch ein Vorrat für zumindest drei Tage hilft schon sehr.“ Darauf können Sie nach Angaben des BBK schrittweise aufbauen.

Für Trinkwasser nennt der Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ des BBK (Stand Oktober 2025) idealerweise zwei Liter pro Person und Tag. Davon sind 0,5 Liter zum Kochen gedacht. Für drei Personen rechnet der Ratgeber mit 18 Litern für drei Tage und 60 Litern für zehn Tage. Trinkwasser ist laut BBK wichtiger als Essen.

Lebensmittel, die nicht gekocht werden müssen, sind laut BBK auch dann essbar, wenn der Herd ausfällt. Das BBK nennt als gut geeignete Vorräte unter anderem Trockenfrüchte, Nüsse, Zwieback und Müsliriegel. Sie lassen sich ohne Kochen essen.

Feste Mengen für Lebensmittel nennt der Ratgeber nicht. Welche Produkte passen, hängt nach Angaben des BBK von Ihren persönlichen Bedürfnissen ab. Für genaue Mengen verweist das BBK auf Beispieltabellen und einen Vorratskalkulator auf dem Portal ernaehrungsvorsorge.de.

Wie viel ein Vorrat ausmacht

Das Portal ernaehrungsvorsorge.de betreibt die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Es trägt das Logo des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. Die Vorratstabelle dort gilt für eine Person und zehn Tage und rechnet mit 2.200 Kilokalorien am Tag (abgerufen im November 2026). Sie nennt unter anderem:

  • Getränke: 20 Liter.
  • Gemüse, Pilze und Hülsenfrüchte: 4,0 Kilogramm, überwiegend aus Konserven.
  • Getreide, Brot und Kartoffeln: 3,3 Kilogramm.
  • Obst und Nüsse: 2,5 Kilogramm.
  • Milch und Milchprodukte: 2,5 Kilogramm.

Dazu kommen kleinere Mengen Fisch, Fleisch, Eier sowie Fette und Öle. Die BLE weist darauf hin, dass es allgemeine Empfehlungen sind, die Sie gegebenenfalls an Ihre Ernährung anpassen müssen.

Mit dem Vorratskalkulator berechnen Sie Ihren persönlichen Vorrat für einen bis 28 Tage. So sehen Sie zum Beispiel zuerst, was drei Tage für Ihren Haushalt bedeuten.

Was eine Studie über fehlenden Platz zeigt

Fehlender Platz ist ein bekannter Einwand. Das zeigt die Studie „Stärkung der Handlungsfähigkeit der Bevölkerung in Krisen und Katastrophen“ des Bundeskanzleramts mit dem Bundesinnenministerium und dem BBK. In einem Teil der Studie wurden 1.500 Erwachsene zwischen November 2024 und Januar 2025 telefonisch befragt.

Von den Befragten, die noch nicht gezielt vorgesorgt hatten, nannten 27 Prozent fehlenden Platz zu Hause als Hindernis. Fehlende Zeit nannten 23 Prozent, fehlendes Geld 20 Prozent (Seite 17). Die Studie ordnet diese Gründe so ein, dass sie nur für wenige ein Hindernis waren. Häufiger gaben Befragte an, im Notfall auf die Familie zu vertrauen oder erst zu reagieren, wenn etwas passiert.

Für einen ersten Teil der Studie wurden 20 Teilnehmende zu Hause interviewt (Seite 10). Dabei sagte ein Mann aus München, in seiner Dreizimmerwohnung habe er keinen Platz für Notfallvorsorge. Erst beim Rundgang durch die Wohnung sprach er über seine Camping-Ausrüstung, die er vorher nicht mit Vorsorge verbunden hatte (Seite 14). Andere Teilnehmende fanden laut Studie kreative Lösungen oder hatten Vorsorge in ihren Alltag eingebaut.

Drei, sieben oder zehn Tage: die Empfehlungen im Vergleich

Wie lange ein Vorrat reichen soll, wird je nach Stelle unterschiedlich angegeben:

  • BBK: möglichst zehn Tage. Ein Vorrat für zumindest drei Tage hilft nach Angaben des BBK schon sehr.
  • Berlin: Die Expertenkommission des Regierenden Bürgermeisters hat am 6. Juli 2026 ihren Bericht zur Resilienz in Berlin vorgestellt. Danach wird von den Menschen „zunächst eine dreitägige Vorratshaltung erwartet, vor allem an Wasser“, auf längere Sicht ein Vorrat für zehn Tage.
  • Stuttgart: Der Katastrophenschutz der Stadt appelliert, Lebensmittel- und Trinkwasservorräte „für mindestens sieben Tage selbst vorzuhalten“.
  • Nürnberg: Die Stadt empfiehlt idealerweise mindestens drei Tage, besser bis zu zehn Tage.
  • EU: Die Vorsorgestrategie, die die Europäische Kommission und die Hohe Vertreterin im März 2025 vorgestellt haben, will die Bevölkerung ermutigen, lebenswichtige Vorräte für mindestens 72 Stunden bereitzuhalten.

Das BBK nennt zehn Tage als Ziel und drei Tage als Einstieg. Im Ratgeber heißt es dazu: „Jede Vorbereitung ist wertvoll.“ Die Checkliste des BBK bietet für Wasser und Lebensmittel Stufen zum Abhaken an: drei, fünf, sieben und zehn Tage. Mehr zur Empfehlung von zehn Tagen lesen Sie in der Lagemeldung im Beitrag Zehn Tage ohne Einkaufen.

Behördenhinweise, die bei wenig Platz helfen

Die meisten der folgenden Hinweise sind allgemeine Hinweise zum Vorrat. Unmittelbar auf wenig Platz beziehen sich nur der Berliner Bericht zu Kleinstwohnungen und, sinngemäß, der Hinweis der Stadt Nürnberg zur Kiste.

  • Klein anfangen: Das BBK nennt drei Tage als Einstieg, auf den Sie schrittweise aufbauen können. Die Stadt Nürnberg rät: „Kaufen Sie haltbare Lebensmittel einfach nach und nach mit ein.“
  • Vorrat im Alltag nutzen: Das BBK beschreibt den „lebenden Vorrat“. Sie nehmen bei jedem Einkauf etwas zusätzlich mit, verbrauchen die Produkte im Alltag und kaufen Verbrauchtes nach. Was zuerst abläuft, verwenden Sie zuerst. Die BLE schreibt: „Ein Vorrat ist nur dann sinnvoll, wenn er auch regelmäßig genutzt wird.“ Neue Vorräte stellen Sie nach hinten oder unten.
  • Lagerort überlegen: Die BLE empfiehlt zu prüfen, welche Räume Ihnen für die Lagerung zur Verfügung stehen. Ein Speiseschrank sollte nach Angaben der BLE 15 bis 20 Grad Celsius und höchstens 70 Prozent relative Luftfeuchte haben. Er sollte dunkel und belüftbar sein. Lebensmittel sollten nicht direkt neben der Heizung oder in direkter Sonne stehen.
  • Eine Kiste für drei Tage: Die Stadt Nürnberg verweist auf Hinweise des bayerischen Landwirtschaftsministeriums und schreibt, dass ein Grundvorrat für eine Person und drei Tage in eine Kiste passt, die Sie „im Keller, unterm Bett oder wo auch immer“ aufbewahren können.
  • Gemeinsam anschaffen: In seiner Checkliste schreibt das BBK, dass es sinnvoll sein kann, Dinge mit anderen zusammen anzuschaffen und zu teilen.

Kleinstwohnungen und Lieferdienste

Die Berliner Expertenkommission geht auf Haushalte mit sehr wenig Platz ausdrücklich ein. Für Kleinstwohnungen helfen nach ihrem Bericht „individuelle Lösungen und Mikro-Vorrats-Sets“. Solche modularen Sets nennt der Bericht als Vorschlag, gemeinsam mit einer Aufklärungskampagne zur dreitägigen Anfangsbevorratung. Ob und wann es sie im Handel gibt, lässt der Bericht offen.

Außerdem sollten nach dem Bericht vor allem Haushalte, die auf Lieferdienste angewiesen sind, für mehr Unabhängigkeit sensibilisiert werden. Nachbarschaftliche Hilfe und feste Strukturen im Quartier gehören für die Kommission von Anfang an dazu. Beim Stromausfall in Berlin im Januar 2026 spielte die Ernährung laut Bericht nur eine untergeordnete Rolle, weil der nächste Laden oder die nächste Gaststätte im Schnitt keine drei Kilometer entfernt war. Bei einem flächendeckenden Ausfall ohne Hilfe von außen sähe das nach Einschätzung der Kommission anders aus.

Ein erster Schritt passt in diese Woche: Rechnen Sie mit dem Vorratskalkulator aus, was drei Tage für Ihren Haushalt bedeuten. Was fehlt, kommt auf den nächsten Einkaufszettel.

Im Notfall zählt jede Minute. Wählen Sie bei Lebensgefahr sofort die 112 (Polizei: 110).

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Quellen

Titelbild: Steven Ungermann / Unsplash

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