Im Ernstfall zählt jede Minute. Wer weiß, welche Nummer die richtige ist und was am Telefon gefragt wird, bleibt ruhiger und hilft den Einsatzkräften, schneller vor Ort zu sein. Das Wichtigste vorweg: Bei Lebensgefahr wählen Sie immer die 112.
Welche Nummer wann?
- 112: Feuerwehr und Rettungsdienst. Die Nummer gilt ohne Vorwahl, europaweit und ist kostenlos, vom Festnetz wie vom Handy.
- 110: Polizei. Auch sie erreichen Sie vom Festnetz und vom Handy. Das Innenministerium Baden-Württemberg bittet darum, sie nur in Notfällen zu wählen.
- 116117: ärztlicher Bereitschaftsdienst. Für Erkrankungen, die nicht bis zum nächsten Praxistag warten können. Erreichbar 24 Stunden an 7 Tagen, kostenlos mit deutschem Telefonvertrag. Bei Lebensgefahr gilt auch hier: 112.
Was die Leitstelle von Ihnen wissen muss
Am Telefon führt Sie die Leitstelle durch das Gespräch. Diese Fragen sollten Sie beantworten können:
- Wo ist es passiert? Je genauer, desto besser.
- Was ist geschehen?
- Wie viele Verletzte oder Betroffene gibt es?
- Wer ruft an? Name, Standort und Telefonnummer.
Und ganz wichtig: Legen Sie nicht selbst auf. Beenden Sie den Notruf erst, wenn die Leitstelle Sie dazu auffordert.
Was die Leitstelle automatisch erfährt
Nach dem Telekommunikationsgesetz werden mit jedem Notruf die Rufnummer Ihres Anschlusses und Daten zur Ermittlung Ihres Standorts an die Leitstelle übermittelt. Smartphones mit Android oder iOS schicken zusätzlich automatisch ihre Position mit, ohne dass Sie etwas einstellen müssen. Das Verfahren heißt Advanced Mobile Location, kurz AML. Nennen Sie den Ort trotzdem immer selbst, das ist der schnellste Weg zu Ihnen.
Notruf ohne Sprechen
Wer nicht oder nur schwer hören oder sprechen kann, hat eigene Wege zur Leitstelle. nora ist die offizielle Notruf-App der Bundesländer. Sie ist kostenlos, Sie registrieren sich mit Mobilnummer und Namen, und die App übermittelt Ihren Standort an die zuständige Leitstelle. Im Demo-Modus können Sie den Ablauf üben, ohne dass eine Leitstelle kontaktiert wird.
Daneben nennt das Innenministerium Baden-Württemberg das Notruffax an die 112 als Ausweichweg und den Tess-Relay-Dienst, der Notrufe mit Gebärden- oder Schriftdolmetschung vermittelt. Für Tess ist vorab eine Registrierung nötig.
Im Notfall zählt jede Minute. Wählen Sie bei Lebensgefahr sofort die 112 (Polizei: 110). Dieser Beitrag ersetzt keine Erste-Hilfe-Ausbildung.
Passend dazu
Notfall-Navigator: Notruf: Schritt für Schritt auf dem Handy, auch offline
- Hilfsorganisationen und Behörden: wer im Notfall kommt und was sie ausmacht
- Blaulicht und Martinshorn: richtig reagieren, wenn die Hilfe unterwegs ist
- Erste Hilfe lernen: die Minuten bis zum Eintreffen sinnvoll nutzen
- Lagemeldung: echte Einsätze, sachlich eingeordnet
Quellen
- Innenministerium Baden-Württemberg: Wichtige Rufnummern für den Notfall (abgerufen am 21.10.2026)
- Kassenärztliche Vereinigungen: 116117.de: Ärztlicher Bereitschaftsdienst (abgerufen am 21.10.2026)
- Gesetze im Internet (Bundesamt für Justiz): § 164 Telekommunikationsgesetz: Notruf (abgerufen am 21.10.2026)
- Landkreis Heidekreis, Feuerwehreinsatz- und Rettungsleitstelle: Notrufortung mit Advanced Mobile Location (AML) (abgerufen am 21.10.2026)
- nora: Die offizielle Notruf-App der Bundesländer (abgerufen am 21.10.2026)
Titelbild: Timur Repin / Unsplash